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Stand: 6. April 2007 (JJ)

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AKTUELLE DOWNLOADS zum 4-Stufen-Modell:

NEU: Ergebnisse des Erstens Hamburger Symposiums zur Juristenausbildung am 18. November 2006: Große Mehrheit der Experten für die Einführung des Bachelor als Regelabschluss - Staatsexamen als Zugangsvoraussetzung für die reglementierten juristischen Berufe soll beibehalten werden, aber anspruchsvoller werden. 4-Stufen-Modell stößt auf großes Interesse in Wissenschaft, Justiz und Praxis. (mehr).

Juristenzeitung (JZ), 2006, 459 : Bologna: Stärken bewahren, Chancen nutzen. Die Antwort auf die Aufsätze von Kötz und Kilian in der Juristenzeitung. (pdf).

Süddeutsche Zeitung, 22.2.2006: Außenansicht: Der unnötige Kampf deutscher Juristen. Bachelor und Master sind nicht das Ende der Rechtswissenschaft - sondern ihre Wiederbelebung. (pdf). Am 18.2.2006 erschienen hierzu zwei interessante Leserbriefe (pdf).

Wie überzeugend sind die Gegenargumente? In Deutsche Richterzeitung 2006, 14: Mehr Wissenschaft, nicht weniger: Wie Bachelor und Master die deutsche Juristenausbildung verbessern. Kritische Anmerkungen zu den ablehnenden Beschlüssen der Herbstkonferenz der Justizminister vom 17.11.2005(pdf).

Die Vorteile des 4-Stufen-Modells für die Studierenden im JuS-Magazin 2006, 18: Bologna: Es kommt darauf an, was man daraus macht! Besser und schneller studieren - mit Bachelor und Staatsexamen. (pdf).

Das 4-Stufen-Modell im Anwaltsblatt 2005, 632: Nur Schwimmen für den Triathlon? Bologna-Modell statt Spartenlösung: Mit Bachelor und Staatsexamen zu einem besseren Anwaltsnachwuchs (pdf).

Erstmals vorgestellt: Das 4-Stufen-Modell in NJW 2005, 2283: Der Bologna-Prozess als Chance - Warum die Juristenausbildung durch Bachelor und Master noch besser werden kann (pdf).

Das 4-Stufen-Modell als ausführliches Konzept zum Download (pdf) und als Kurzzusammenfassung (pdf) auf einer Seite.

Das 4-Stufen-Modell in der graphischen Übersicht (pdf).




Im Rahmen der Umsetzung der sogenannten Bologna-Erklärung der europäischen Bildungsminister wird derzeit diskutiert, die deutsche Juristenausbildung auf gestufte Studiengänge mit den Abschlüssen Bachelor und Master umzustellen.

Mit dem hier vorgestellten 4-Stufen-Modell soll gezeigt werden, dass die Einführung von Bachelor und Master in Kombination mit einem optimierten Staatsexamen zu einer noch besseren Juristenausbildung führen kann. Diese würde dann nicht nur die europäischen Anforderungen erfüllen, sondern zugleich die sonstigen Probleme lösen, die seit Jahrzehnten mit dem deutschen Jurastudium verbunden sind. Die Juristenausbildung würde dabei anspruchsvoller, wissenschaftlicher und zugleich praxisnäher werden.


Vorab ist kurz auf zwei verbreitete Vorurteile einzugehen, die immer wieder mit dem Bologna-Prozess in Verbindung gebracht werden. Sie haben dazu geführt, dass in der Fachwelt vor allem ein Modell diskutiert und von allen zu Recht abgelehnt wird, das den Ersatz des Ersten Staatsexamens durch einen dreijährigen Bachelor und - jedoch nur für ca. 30 % der Studierenden - einen zweijährigen Master vorsieht. Kurzum: 3 plus 2 statt Staatsexamen.

Dieses Modell wird jedoch von niemandem vertreten. Es ist insbesondere auch nicht durch Bologna vorgegeben!

Denn zum einen verlangt die Bologna-Erklärung der europäischen Bildungsminister nicht etwa, dass ein juristischer Bachelor bereits nach drei Jahren verliehen werden muss. Vielmehr sind - wie schon im bisherigen juristischen Studium - auch vier Jahre möglich. Die für das anspruchsvolle Jurastudium geeignete zeitliche Formel Bachelor/Master lautet also nicht 3 plus 2, sondern:

  • 4 plus 1.

Zum anderen gibt es keinen Grund und keine Pflicht, als Zugangsvoraussetzung für die reglementierten juristischen Berufe auf das Staatsexamen zu verzichten, nur weil das Hochschulstudium neu strukturiert wird. Die geeignete Formel heißt daher nicht Bachelor oder Staatsexamen, sondern:

  • Bachelor und Staatsexamen.

Der Bologna-Prozess darf also nicht damit gleichgesetzt werden, dass 70 % der jungen Juristen nach nur 3 Jahren Studium und lediglich mit einem geringwertigen Bachelor in der Hand auf einen darauf nicht vorbereiteten Arbeitsmarkt drängen.


Dass es im Rahmen des Bologna-Prozesses auch ganz anders geht, zeigt das hier vorgeschlagene Reformmodell. Es trennt das Hochschulstudium (mit Baccalaureus und Magister) von den speziellen Voraussetzungen (Staatsexamen und Referendariat) für den Zugang zu den reglementierten juristischen Berufen, also Richter, Staatsanwalt, Rechtsanwalt, Notar, höherer Verwaltungsdienst.

In aller Kürze besteht das Modell aus den folgenden 4 Stufen:

1. Das grundständiges Studium der Rechtswissenschaften schließt nach vier Jahren mit dem Baccalaureus Juris/BJur (bzw. Bachelor of Laws/LL.B) ab, der ausschließlich aufgrund studienbegleitender Prüfungsleistungen verliehen wird. Hier werden die wissenschaftlichen und praktischen Grundlagen für jede rechtsbezogene Tätigkeit erlernt.

2. Der BJur berechtigt zur Teilnahme an einem umfassenden und einheitlichen Staatsexamen. Dieses wird in zwei Blöcken mit zwölf Klausuren und mündlicher Prüfung durchgeführt und hat grundsätzlich das Niveau des bisherigen Zweiten Staatsexamens. Es enthält neben Gutachten auch Urteile, Schriftsätze und wissenschaftliche Themenarbeiten und prüft dabei zugleich den Umgang mit offenen Sachverhalten.

3. Dem erfolgreichen Staatsexamen folgt ein einjähriges Referendariat mit vier Stationen, davon mindestens eine bei Gericht und eine bei einem Anwalt. Hinzu kommen regelmäßige Sitzungsvertretungen bei der Staatsanwaltschaft. Einheitliche Zeugnisse und ausführliche Arbeitsberichte der Referendare geben die Leistung wieder. Auf ein weiteres Staatsexamen kann und sollte verzichtet werden.

4. Anstelle von Wahlfach bzw. Schwerpunktausbildung im Staatsexamen bieten die Hochschulen einen einjährigen Vertiefungsstudiengang zum Magister Juris/MJur (bzw. Master of Laws/LL.M) an. Dieser dient der Spezialisierung der Studierenden und der Profilierung der Universitäten.

In einer Übersicht lassen sich die 4 Stufen und ihre Zielsetzung wie folgt darstellen, wobei unter "Grundlagen" all das Wissen und all diejenigen Fähigkeiten verstanden werden, die aus Sicht des Einheitsjuristen alle Absolventen der Ausbildung beherrschen sollten:

     1. Stufe     2. Stufe      3.Stufe     4.Stufe
   Grundlagen   
      lernen
   Grundlagen     
      prüfen
   Grundlagen    
    anwenden
 Spezialisierung 
     erlangen
        BJur  Staatsexamen  Referendariat        MJur
     4 Jahre     1/2 Jahr      1 Jahr      1 Jahr

Es ist möglich, alle Stufen in nur 6 1/2 Jahren zu durchlaufen. Dies ist weniger, als der durchschnittliche Student heute für für das zweite Staatsexamen benötigt - ohne einen Master erlangt zu haben. Wer keine reglementierte juristische Tätigkeit anstrebt, kann bereits nach vier Jahren den ersten Beruf ergreifen. Oder einen - nicht zwingend juristischen - Spezialisierungs-Master draufsetzten.


Dieses 4-Stufen-Modell führt zu einem anspruchsvolleren und zugleich an die individuelle Berufsplanung besser angepassten Studium. Wichtig ist, dass der Zugang zu den reglementierten juristischen Berufen (Richter, Staatsanwalt, Rechtsanwalt, Notar, höherer Verwaltungsdienst) weiterhin über Hochschulstudium (nur BJur), Staatsexamen und Referendariat vermittelt wird. Es wird auch ausdrücklich am erfolgreichen Konzept des Einheitsjuristen festgehalten.

Für alle anderen Berufe (insbesondere vielfältige Tätigkeiten in der Wirtschaft) stehen jedoch erstmals mit Baccalaureus Juris und Magister Juris zwei echte Hochschulabschlüsse zur Verfügung. Selbst wer im anspruchsvollen Staatsexamen scheitert, steht nicht mit leeren Händen da, sondern hat mit dem BJur bereits einen qualifizierten Hochschulabschluss erworben.

Dieses Konzept führt zu einem stringenten Studienaufbau, verhindert das endgültige Scheitern zu einem späten Zeitpunkt, öffnet den Absolventen auch ohne Staatsexamen eine Fülle von Berufschancen und verringert damit insbesondere den Druck auf den Anwalts-markt. Zugleich wird den Hochschulen die Möglichkeit zur inhaltlichen Profilierung gegeben. Das Referendariat erhält wieder den Charakter einer echten Praxisausbildung, weil nicht mehr nebenher (oder hauptsächlich) für eine weitere theoretische Prüfung gelernt werden muss.

Zugleich stehen mit BJur, Staatsexamen, Referendariatszeugnissen und -berichten und eventuell sogar MJur ausreichend Leistungsnachweise für eine umfassende und gerechte Bestenauslese zur Verfügung, die zudem nicht nur punktuell die Fähigkeiten der Studierenden wiedergeben, sondern die gesamte Studienzeit mit einbeziehen. Dass diese zudem noch verkürzt wird und die Kosten für den Steuerzahler durch das kompakte und intensive Referendariat sinken, ist ein weiterer Vorteil des Konzeptes. Eine ausführliche Beschreibung finden Sie hier.


Diejenigen Juristen, die die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben, wissen oft am besten, was man besser machen kann. Auch wenn es sie nicht mehr unmittelbar betrifft, sollte dieses Wissen nicht ungenutzt bleiben. Denn von einer besseren Juristenausbildung profitieren letztlich alle, nicht nur die Studierenden!


1. Das 4-Stufen-Modell und seine Umsetzung ausführlich vorgestellt.

2. Hier können Sie das Gesamtkonzept als pdf-Datei zum sowie ein einseitiges "executive summary" zum erleichterten Ausdruck herunterladen.

3. Die Diskussion über das 4-Stufen-Modell in den Fachmedien finden Sie hier.


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